Training mit dem Feuerlöscher

Brandschutz – Jugendwehr übt den Umgang mit dem Kleinlöschgerät – Erster Praxiseinsatz nach der Wintertheorie

 

 

Auch ein Kleinlöschgerät kann ganz schön spritzen.  Foto: Rüdiger Koslowski

 

Einen Feuerlöscher einsetzen zu können, ist wichtig, auch für Kinder und Jugendliche, finden die Jugendfeuerwehrleute und der Jugendwart. Am Samstag stand eine Übungseinheit mit dem Kleinlöschgerät auf dem Dienstplan.

 

RAUNHEIM.

Der Reifenbrandsimulator spuckt die ersten Flammen aus. Viel gibt die Anlage nicht her, aber immerhin lodern ein paar Flammen unter dem Blech hervor. Alexander Bauch und Dominik Pfaff zielen mit ihren Feuerlöschern auf den Brandherd und drücken ab. Mit wenigen Wasserstrahlen haben sie das Feuer gelöscht. Jugendwart Patrick Spalke ist zufrieden. Das nächste Pärchen darf anrücken.

 

Die Übung mit dem Feuerlöscher stand am Samstag auf dem Dienstplan der Jugendfeuerwehr. Patrick Spalke hat gehofft, dass das Wetter gut wird, sonst hätte er improvisieren müssen. Die Kinder und Jugendlichen haben sich aber schon auf die Übungseinheit gefreut. Es war nämlich nach dem Winter mit dem theoretischen Unterricht und der Fahrzeugkunde der erste kleine Übungseinsatz an der frischen Luft. „Das hat gepasst“, freut sich Patrick Spalke bei blauem Himmel, Sonnenschein und 17 Grad Celsius.

Alexander Brust und Dominik Pfaff hielten nicht zum ersten Mal einen Feuerlöscher in der Hand und können bereits fachkundig den Gebrauch des wichtigen Kleinlöschgerätes erklären. Der Feuerlöscher soll möglichst weit oben gehalten werden, so dass man sich in der Bewegung den Behälter nicht an die Beine stößt. Im Freien muss die Windrichtung beachtet werden. Immer mit dem Wind und nicht gegen den Wind löschen, betont Alexander Brust. Und möglichst auf große Flächen zielen, damit die maximale Wirkung erreicht wird. Und ganz wichtig: Wenn das Feuer gelöscht ist, nicht gleich weglaufen, sondern schauen, ob es sich nicht etwa erneut entfacht, mahnt Dominik Pfaff.

 

Übungen mit dem Schlauch finden die beiden Jungen aber spannender. „Der Druck ist mit dem Schlauch intensiver“, meint der sechzehnjährige Alexander. Dennoch halten beide Jugendfeuerwehrleute die Übung mit dem Feuerlöscher für notwendig. „In der Schule gibt es auch keinen Schlauch, da muss man einen Feuerlöscher bedienen können“, unterstreicht der zwei Jahre jüngere Dominik. Patrick Spalke widerspricht nicht. Er findet es wichtig, dass, abgesehen von der Jugendfeuerwehr, auch andere Kinder und Jugendliche einen Feuerlöscher bedienen können. Deshalb führt die Feuerwehr Brandschutzerziehung in Kindertagesstätten und in Schulen durch. Die Feuerlöscher hängen in den öffentlichen Gebäuden an der Wand, im Ernstfall sollten ihn auch Kinder bedienen können.

Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Kindergartenkinder und die Schulkinder zu Hause von den Erlebnissen und den Übungen berichten und die Eltern so auf den Brandschutz aufmerksam machen. Im Gegensatz zu den Rauchmeldern sind nämlich Feuerlöscher in den Haushalten noch keine gesetzliche Pflicht. Patrick Spalke empfiehlt die Geräte gleichwohl. Feuerlöscher sollten frei zugänglich aufbewahrt und nicht etwa hinter Türen versteckt werden, rät der Jugendwart.

 

Er ist sich sicher, dass die Anwendung von Feuerlöschern zumindest den Grundschulkindern auch nach der kurzen Übung im Gedächtnis bleibt. Die Kindergartenkinder könnten nach der Brandschutzerziehung zumindest einen Notruf absetzen. Die Jugendfeuerwehr erhält natürlich einen intensiven Einblick in die Geräte. Sie lernen den Aufbau kennen und erfahren, welche Brände mit Schaum, Pulver oder Wasser gelöscht werden müssen. Auf dem Hof der Feuerwache wurde mit Wasser gelöscht, denn es ist ziemlich mühselig, Schaum oder Pulver vom Boden zu entfernen, weiß Patrick Spalke.

Die 19 Jungen und ein Mädchen der Jugendfeuerwehr werden sich in den kommenden Wochen intensiv auf die Kreiswettkämpfe am 21. Juni vorbereiten, kündigt Patrick Spalke an. Die Handgriffe bei einem Löschangriff müssen sitzen.

Außerdem müssen sie unter anderem mit Schlauch und Strahlrohr auf ein Dach klettern können.

 

Text und Bild: Rüsselsheimer Echo / Rüdiger Koslowski

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