Was ist nach einem Feuer zu beachten ?

Hier ein Einblick in die Gefahren und wie Sie sich schützen können:

 

Gefährdungseinschätzung
Nach Ablöschen des Schadenfeuers und Abkühlung des Brandgutes hat sich ein
Teil der Verbrennungsprodukte als Ruß- bzw. Rauchniederschlag in Ihren Räumen
und auf deren Einrichtung verteilt. Ruß und angebrannte oder verkokte Materialien
(Brandrückstände) können giftige und reizende Stoffe enthalten. Deren Zusammensetzung
und jeweilige Konzentration ist abhängig von der Art und Menge des
verbrannten Gutes, vom Brandverlauf und von der Abführung der Rauchgase.
Auch wenn Schadstoffe gebildet wurden, bedeutet dies noch keine unmittelbare
Gefährdung. Im Brandfall gebildete Schadstoffe sind in der Regel so stark an Ruß
gebunden, daß eine Aufnahme über die Haut bei einer möglichen Beschmutzung
kaum erfolgen kann.
Die Erfahrungen aus vielen Brandschäden haben gezeigt, daß brandbedingte
Schadstoffe nur dort nachweisbar waren, wo auch optisch deutlich wahrnehmbare
Brandverschmutzungen vorlagen. Mit der Entfernung der brandbedingten Verschmutzung
sind in der Regel auch die Schadstoffe beseitigt.
Bis zur endgültigen Sanierung wird in der Regel ein mehr oder weniger intensiver
Brandgeruch auftreten. Eine gesundheitliche Gefährdung ist hierdurch normalerweise
nicht zu erwarten. Dennoch sollten Sie - schon um sich vor ausdünstenden
reizenden Stoffen zu schützen - die folgenden Hinweise beachten.

Erstmaßnahmen
Betreten Sie die Brandstelle frühestens eine Stunde nach Ablöschen des Feuers
und nach ausreichender Durchlüftung. Sorgen Sie dafür, daß keine Brandverschmutzungen
in nicht vom Brand betroffene Bereiche verschleppt werden können.
Decken Sie zu diesem Zweck rußbedeckte Flächen im Gehwegbereich mit
Folien ab und legen Sie im Übergangsbereich vor die nichtbetroffenen Bereiche
nasse Tücher zum Schuheabtreten aus.
Bei Vorhandensein von Klima- bzw. Lüftungsanlagen sollten diese nach einem
Brand erst dann wieder in Betrieb gehen, wenn sie von einem Fachmann überprüft
und ggf. gereinigt worden sind.

Reinigung und Sanierung
Reinigungsarbeiten in Wohnbereichen, bei denen nur relativ kleine Mengen verbrannt
sind (z.B. Papierkorbbrand, Kochstellenbrand, Brand eines Kerzengestekkes
oder sonstige Brände mit geringfügiger Brandverschmutzung), können ohne
Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen mit haushaltsüblichen Mitteln (Gummihandschuhe,
Haushaltsreiniger) durchgeführt werden.
Darüber hinausgehende Reinigungs- und Sanierungstätigkeiten können unter Einhaltung
der nachstehend empfohlenen Schutzmaßnahmen von Fachfirmen, aber
auch vom Brandgeschädigten selbst vorgenommen werden. Wie bei den Erstmaßnahmen
ist auch hier darauf zu achten, daß keine Brandverschmutzungen
aus Brandrückständen in nicht vom Brand betroffene Bereiche verschleppt werden
und kein Staub aufgewirbelt wird.
Die nachfolgend aufgeführten Schutzvorkehrungen sind von Fachfirmen einzuhalten,
sollten aber auch von Brandgeschädigten, die selbst die Reinigungs- und
Sanierungsarbeiten durchführen wollen, zu ihrem eigenen Schutz beachtet werden:
· Einmal-Anzüge mit Kapuze aus verstärktem Papiervlies oder Kunststoff
· für Staubarbeiten Atemschutz (filtrierende Halbmaske der Schutzgruppe FFP2/FFP3)
· Schutzhandschuhe aus Leder-Textilkombination für Trockenarbeiten
· Gummihandschuhe für Naßarbeiten
Handschuhe und Einmal-Anzüge verbleiben im Schadenbereich und können
mehrfach verwendet werden, wenn ihr Zustand dies zuläßt. Filtrierende Halbmasken
werden nur einmal getragen. Bei Gummihalbmasken sind die Hautkontaktflächen
vor der Wiederverwendung durch feuchtes Abwischen mit Reinigungsmittel
und Wasser zu reinigen. Nach Verlassen des Schadenbereiches ist eine gründliche
Körperreinigung (Duschen) vorzunehmen.

Entsorgung
Schon bei den Aufräumungsarbeiten sollten Brandrückstände und Abfälle so sortiert
werden, daß diese durch entsorgungspflichtige Körperschaften oder Dritte (s.
Anschriften) leichter verwertet beziehungsweise entsorgt werden können.
Dazu sollten Brandrückstände bereits an der Brandstelle getrennt werden in:
· verwertbare Bestandteile
· nicht verwertbaren Restmüll einschließlich brandverschmutzter und rußbeaufschlagter
Materialien
· besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfälle)

Verwertbare Bestandteile sind z.B.:
· Elektrogeräte, metallische Bestandteile (Schrottverwertung)
· nicht brandverschmutzte Steine, Ziegel, Mauerreste (Bauschuttrecycling) Beispiele für nicht verwertbaren

Restmüll:
· Arznei- und Lebensmittel, die offen gelagert, deren Verpackung vom Brandrauch durchdrungen oder die von der Wärme betroffen wurden, müssen vernichtet werden.
· Brennbare Bestandteile (verkokte Kunststoffprodukte, Holz, Teppiche, Tapeten und Rückstände aus den Reinigungsmaßnahmen) können in der Regel der Hausmüllentsorgung zugeführt werden.
· Nicht brennbare Bestandteile (wie brandverschmutzte Steine, Ziegel, Mauerwerk) können in der Regel zu einer Deponie gebracht werden.
Erkennbare Sonderabfälle (z.B. Farben, Lacke, Lösungsmittel, Batterien) sollten wie üblich getrennt den bekannten Entsorgungswegen zugeführt werden. Sonderabfälle,
die nach Art und Menge haushaltsüblich sind, können an bestimmten
Wertstoffhöfen abgegeben werden. Wo sichtbar größere Mengen PVC oder andere
chlororganische Stoffe enthaltende Materialien verbrannt bzw. verschwelt sind,
sollte der Entsorgungsweg von der zuständigen Abfall- bzw. Umweltbehörde festgelegt
werden.

Quelle: vds.de

 

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