18.04.2014 Reportagereihe

Schlauchpflegezentrum der Feuerwehr Raunheim

Die Freiwillige Feuerwehr Raunheim – jeder hat sie schon mal gesehen oder sogar ihre Hilfe gebraucht. Die Kameradinnen und Kameraden sind rund um die Uhr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Raunheim und Umgebung verantwortlich. Jährlich fahren die ehrenamtlichen Rettungskräfte ca. 180 Einsätze.

Wir möchten unseren komplexen Aufgabenbereich und weitere andere nützliche Informationen den Bürgerinnen und Bürgern gern näher bringen. Erfahren Sie hierzu mehr in unserer neuen Reportagereihe.

Teil 3: Schlauchpflegezentrum

Nachdem wir Ihnen unsere Einsatzgebiete und Aufgabenschwerpunkte vorgestellt haben, berichten wirdiesmal über die Neuanschaffung eines Schlauchpflegezentrums für die Reinigung, Prüfung,Trocknung und das anschließende Aufwickeln der verschiedenen Schläuche.

Einführung

Seit einiger Zeit wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Raunheim ein automatisiertes Schlauchpflegezentrum in Dienst gestellt. Somit wurde die alte Einrichtung zur Reinigung und Prüfung von Schläuchen aus dem Jahr 1988 ersetzt. Die 26 Jahre alte Einrichtung entsprach nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Auch der Wasserverbrauch für die Reinigung der Schläuche war sehr hoch und ist in der heutigen Zeit nicht mehr vertretbar. Durch die neue Anlage gehören diese Probleme der Vergangenheit an.

Automatisierter Vorgang

Waren vorher zur Reinigung und Prüfung der Schläuche bis zu sechs Kameraden notwendig, erledigen dies heute maximal zwei Personen. „Daran kann man erkennen, dass sich durch die Anlage der Arbeitsaufwand für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erheblich reduzieren lässt“, berichtet der hauptamtliche Gerätewart Maik Klärner. Mit der neuen Anlage lassen sich die verschiedenen Schläuche in den jeweils vorhandenen Größen problemlos prüfen und reinigen. Hierzu steht uns ein Bedientableau zur Verfügung, bei dem vor Reinigungsbeginn verschiedene Einstellungen vorgenom-men werden können (Breite des Schlauches, Reinigungsstufe, usw.). Der Schlauch wird in ein Aufweichbecken gelegt, um dadurch ein optimales Reinigungsergebnis erzielen zu können. Die Kupplung wird an die Anlage angeschlossen und anschließend kreisförmig auf einer Spindel aufgewickelt. Dabei durchläuft der Schlauch eine kleine „Waschstraße“, indem er durch zwei Hochdruckdüsen gereinigt wird. Im Anschluss erfolgt die Dichtigkeitsprüfung. Hierzu wird der Schlauch mit Wasser gefüllt und ein Prüfdruck von 16 bar angelegt. Während diesem Prozess kann von außen kon-trolliert werden, ob Löcher oder andere Leckagen aufgetreten sind. Ist die Prüfung erfolgreich gewesen, wird der Schlauch in eine Aufrollvorrichtung eingespannt und doppelt gewickelt. Beim Aufwickelvorgang erfolgt gleichzeitig eine Trocknung des Schlauches.

Wasserverbrauch wird reduziert

Für die Prüfung eines B-Schlauches (Durchmesser 75 mm) werden ca. 80 Liter benötigt, um den Schlauch zu füllen. Dieser Vorgang wird bei mehreren Schläuchen durchgeführt, sodass hier bei der alten Einrichtung ein sehr hoher Wasserverbrauch, aufgrund einer fehlenden Wiederverwendung des Wassers, entstand. Mit der neuen Anlage wird das Wasser in einem Behälter gesammelt und zum Füllen der Schläuche für die Dichtigkeitsprüfung wiederverwendet. Das gesammelte Wasser kann für die Dauer der Arbeiten immer wieder verwendet werden. Lediglich nach Abschluss der Arbeiten muss dieser Behälter gereinigt werden, da sich je nach Stärke der Verschmutzungen, Sand oder andere Verunreinigungen in einem Sieb bzw. im Behälter befinden. Durch dieses neue Verfahren ist es uns möglich, den Wasser- verbrauch erheblich zu reduzieren und die Kosten in diesem Bereich zu senken.

Schlauchturm dient als Übungsturm

Das Markenzeichen des Raunheimer Feuerwehrgerätehauses ist der sogenannte Schlauchturm. Hierwurden früher die Schläuche in den15 Meter hohen Turm per Handkurbel hochgezogen und für eine Woche getrocknet. Durch die neue Anlage ist ein Aufhängen im Schlauchturm nicht mehr notwendig. Doch der Schlauchturm ist auch weiterhin für uns erforderlich. So wird er als Übungsobjekt für einen Innenangriff in engen Treppenhäusern genutzt. Eine weitere wichtige Rolle des Übungsturms ist die Anstellmöglichkeit für unse-re tragbaren Leitern, welche immer dann zum Einsatz kommen, wenn wir eine Menschenrettung oder eine Brandbekämpfung in den oberen Stockwerken durchführen. Denn auch das Leiterstellen muss zügig im Ernstfall sitzen. Mindestens einmal pro Übungsjahr wird auch eine sogenannte Selbstrettungsübung durchgeführt. Dabei wird ein Feuerwehrangehöriger zunächst mit einer Absturz-sicherung gesichert, um sich dann anschließend selbst aus dem Gefahrenbereich abseilen zu können. Dieses Verfahren dient als letzte Rettung aus einer Notlage.

Diese Reportagereihe wird über das Jahr hinaus fortgesetzt - wir hoffen auf Ihr Interesse. Zögern Sie bitte nicht uns Vorschläge über mögliche Themen zu machen, darüber würden wir uns sehr freuen!

Ihre Vorschläge können Sie per Mail (info@feuerwehr-raunheim.de) und über das Gästebuch unserer Homepage einreichen.

Patrick Spalke

[zurück]